Ja, Du hast richtig gelesen: Acclaim Entertainment ist wieder da. Das Studio, das in den 80ern und 90ern mit Titeln wie Mortal Kombat II, Burnout und Turok die Gaming-Welt geprägt hat, feiert ein Comeback – 20 Jahre nach seiner Schließung im Jahr 2004.
Der neue CEO ist Alex Josef, bekannt als Gründer von Graffiti Games (Turnip Boy Robs a Bank). Seine Vision für Acclaim? Alte Franchises wiederbeleben und gleichzeitig Indie-Studios unterstützen. Klingt ambitioniert – und anscheinend gibt’s schon ein paar geheim gehaltene Projekte in der Pipeline.
„Es ist eine absolute Ehre und ein Vergnügen, Acclaim zurück an die Spitze der Spieleindustrie zu bringen“, so Josef in einer Pressemitteilung. Neben ihm sitzt eine illustre Führungsriege, die unter anderem aus „Lizenz-Ikonen, Profi-Sportlern, Musik-Legenden und Veteranen der Branche“ besteht. Klingt vage, aber ein Name sticht heraus: Zweifacher Hall of Fame-Wrestler Jeff Jarrett ist offenbar mit an Bord.
Vom Kult-Publisher zum Marketing-Chaos – die Vergangenheit von Acclaim
Wer Acclaim nur als „das Studio, das Mortal Kombat II veröffentlicht hat“ kennt, hat vermutlich die absurden Eskapaden ihrer letzten Jahre verpasst. Während sie in ihren Hochzeiten für lizenzierte Spiele, Sporttitel und Prügelspiele wie NBA Jam und NFL Quarterback Club bekannt waren, ging es gegen Ende mehr um fragwürdige Marketing-Stunts als um Hits.
Ein paar Highlights:
- Sie boten Geldpreise für Eltern an, die ihr Kind „Turok“ nannten – als Promo für Turok: Evolution.
- Sie versuchten Werbung für das Shadow Man-Sequel auf Grabsteinen zu platzieren (ja, ernsthaft).
- Sie wollten allen britischen Autofahrern die Strafzettel für Geschwindigkeitsüberschreitungen bezahlen, um Burnout 2: Point of Impact zu promoten – bis die Regierung einschritt, bevor jemand draufging.
Trotz all dieser Eskapaden bleibt die Frage: Kann Acclaim 2.0 wirklich an seine alten Tage anknüpfen?
Was kommt als Nächstes?
Während sich Saber Interactive bereits um das Turok-Prequel „Turok: Origins“ kümmert und Nightdive Studios alte Acclaim-Titel wie Shadow Man und Turok mit Remasters versorgt hat, bleibt abzuwarten, was die „neue“ Version von Acclaim plant.
Das Ziel scheint klar: eine Mischung aus Retro-Revival und Indie-Förderung. Ob das klappt oder Acclaim nur als Marke für Nostalgie-Wiederverwertung herhalten muss, bleibt abzuwarten. Aber hey – zumindest bleibt uns die Hoffnung, dass sie diesmal auf absurde Werbeaktionen verzichten. Oder auch nicht. Wäre ja fast schade.