Du dachtest, das Nemesis-System aus Shadow of Mordor wurde erfunden, um Orks mehr Charakter zu verpassen? Tja, fast. Tatsächlich wollte Warner Bros. damit vor allem eins: den Weiterverkauf von Spielen eindämmen.
Ex-WB-Games-Managerin Laura Fryer hat jetzt in einem Video rausgehauen, dass das System eine Reaktion auf den Gebrauchtmarkt war – konkret auf die massiven Zweitveräufe von Batman: Arkham Asylum. Das Spiel verkaufte sich zwar wie geschnitten Brot, aber WB stellte fest: „Mehr Leute spielen als zahlen.“ Und das ging natürlich gar nicht.
Die Frage war also: Wie macht man ein Singleplayer-Game so attraktiv, dass es niemand mehr aus der Hand geben will? Die Antwort: Ein dynamisches System, das jedem Ork Namen, Macken und einen Rachefeldzug verpasst, wenn du ihm auf die Fresse gibst und er irgendwie überlebt. Klingt fancy, war auch innovativ – und wurde direkt patentiert, damit niemand anders was Ähnliches machen kann.
Das Problem? Richtig durchgezogen hat’s danach keiner mehr.
„Es wurde damals mit einer ‘komplexen Orkkultur’ geworben. Was wir bekommen haben: Orks mit Namen, die ab und zu einen Satz sagen und spezielle Skills haben. Also Champions mit Bodyguards oder Rachefeinden. Ganz nett, aber von ‘komplex’ keine Spur.“
Und Shadow of War? Noch schlimmer. „Ein Orc-Captain hat mich mitten in einer Stealth-Mission aus gefühlt einem Kilometer Entfernung entdeckt. Kamera zoomt ran, 30-Sekunden-Monolog, Mission gescheitert. Ich hab nur noch gelacht.“
Ach ja: Monolith, das Studio hinter der Reihe, wurde letzten Monat dichtgemacht. Zusammen mit dem Wonder Woman-Projekt und dem Ende von MultiVersus. Das war’s dann wohl mit dem Nemesis-System. Keine Ork-Rache mehr. Außer in unseren Herzen.