Game Preservation ist gerade ein heißes Thema – und nicht ohne Grund. Je weiter die Zeit voranschreitet, desto mehr Spiele verschwinden einfach in der Versenkung. Wenn die Rechteinhaber keinen Bock haben, ihre alten Titel für moderne Plattformen flottzumachen, dann war’s das. Offizielle Wege? Fehlanzeige. Und wer sich mit Emulatoren aus der Affäre ziehen will, riskiert rechtliche Probleme. Also, was tun? Falls du die ultimative Lösung hast, lass es uns wissen.
In der Zwischenzeit hat Xbox mit einer ziemlich unglücklichen Aussage zur eigenen AI-Technologie „Muse“ für dicke Luft gesorgt. Phil Spencer dachte wohl, dass ein bisschen AI-Buzz ihrer neuen Technologie guttun würde, aber die Reaktionen waren… sagen wir mal, nicht das, was sie sich erhofft haben.
Was genau hat Xbox gesagt?
In einem Blogpost hieß es:
„Heute sind unzählige Klassiker, die an alte Hardware gebunden sind, für die meisten Menschen nicht mehr spielbar. Dank dieses Durchbruchs erforschen wir das Potenzial von Muse, um unsere alten Spielekataloge zu optimieren und auf jedem Gerät spielbar zu machen. Wir glauben, dass dies die Art und Weise, wie wir klassische Spiele bewahren und erleben, grundlegend verändern kann.“
Alle so: Wait… what?!
Problem: Diese vage Business-Sprache hat mehr Fragezeichen hinterlassen als Antworten gegeben. Was genau soll Muse denn jetzt tun? Wird es alte Games einfach aufpolieren? Den Code analysieren und neu zusammenbasteln? Oder kommt da einfach irgendein generierter AI-Brei bei raus? Xbox hat das nicht wirklich erklärt, und so war die Angst groß, dass Retro-Spiele bald in einem AI-Mixer landen und als generischer Matsch wieder ausgespuckt werden.
Die Reaktionen in den sozialen Medien? Eindeutig negativ.
Frank Cifaldi von der Video Game History Foundation war nicht begeistert:
„Das ist, als würde man behaupten, eine Fotokopie eines Gemäldes sei Erhaltung. Irreführend und eine Beleidigung für die Arbeit, die Archivare leisten.“
Sein Kollege Phil Salvadore brachte es noch treffender auf den Punkt:
„Generative AI ist eine tolle Methode zur Videospielbewahrung – so wie eine Fata Morgana eine tolle Wasserquelle ist.“
Warum der Shitstorm?
Nun ja, AI hat gerade nicht den besten Ruf: fragwürdige Kunst, fehlerhafte Infos, geklaute Inhalte und dazu noch ein Energieverbrauch, der einem Kohlekraftwerk Konkurrenz macht. AI wird schon für das Upscaling alter Filme genutzt – mit eher durchwachsenen Ergebnissen. Dass sie jetzt auch noch an alte Spiele rangeht? Da sind die Alarmglocken laut geworden.
Dr. Michael Cook, Game-Designer und AI-Forscher, hat sich das Ganze mal genauer angesehen und in einem Blogpost klargestellt: Muse kann keine Spiele bewahren – und soll es auch gar nicht.
„Das Paper handelt nicht davon, dass AI Spiele generiert, aber viele Leute haben es so verstanden und direkt losgetwittert, wie schrecklich sie die Idee finden.“
Laut Cook ist Muse eigentlich dazu gedacht, Entwickler zu unterstützen, indem es vorhersagt, wie sich Design-Entscheidungen auf das Gameplay auswirken könnten.
„Das System hat gelernt, wie Spieler interagieren, und kann abschätzen, wie sich neue Elemente auswirken. Ein Designer kann also fragen: ‚Was passiert, wenn ich hier einen Sprung-Pad platziere?‘ und bekommt eine Simulation. Das hat aber nichts mit echter Game Preservation zu tun.“
Und jetzt?
Xbox wollte offenbar ein bisschen mit AI angeben, hat sich dabei aber ziemlich verzettelt. Muse könnte ein cooles Tool für Entwickler sein – aber für den Erhalt alter Games ist es schlicht nicht gemacht.
Vielleicht wäre es ja einfacher, einfach wirklich alte Spiele auf neuen Plattformen spielbar zu machen, anstatt nebulöse AI-Versprechen in den Raum zu werfen? Nur so eine Idee…