Gaming-Monitore gibt’s mittlerweile wie Sand am Meer – von „Super-High-End mit 360Hz“ bis „Dieser Bildschirm ist technisch gesehen ein Monitor“. Der KTC H32S17 fällt irgendwo dazwischen: 32 Zoll, WQHD, 165Hz, gebogen. Klingt nach einem soliden Paket für Gamer mit schmalem Budget.
Aber ist das Teil ein echter Geheimtipp oder doch nur ein weiteres „Ja, aber…“-Produkt? Wir haben uns den Bildschirm geschnappt, ihn durch ein paar intensive Gaming-Sessions gejagt und geschaut, ob er wirklich das „Key to Combat“ ist – oder doch eher „Key to Kompromisse“.
Design & Verarbeitung – Kein Bling-Bling, aber solide
Falls du auf RGB-Geblinke, „Gaming“-Schriftzüge und einen Standfuß in Raumschiff-Optik stehst, dann wird dich der KTC H32S17 nicht gerade vom Hocker hauen. Der Monitor hält es minimalistisch – schlichtes, schwarzes Kunststoffgehäuse, keine leuchtenden LED-Streifen und kein futuristisches Design, das aussieht, als käme es direkt aus einer Sci-Fi-Schmiede. Das kann man jetzt als langweilig oder als angenehm unauffällig sehen – je nachdem, ob du dein Setup lieber clean oder maximal auffällig gestaltest.
Was sofort auffällt, ist die 1500R-Krümmung des Panels. Falls du noch nie einen Curved-Monitor genutzt hast, keine Sorge – das hier ist nicht die Art von Bildschirm, die dir das Gefühl gibt, du sitzt in einem übertrieben gebogenen IMAX-Kino. Die Krümmung ist genau richtig für den Zweck: genug, um eine gewisse Immersion zu schaffen, aber nicht so stark, dass du dich erstmal umgewöhnen musst. Besonders bei großen Bildschirmen wie diesem hilft die Krümmung, den Überblick zu behalten, ohne dass du ständig den Kopf hin und her bewegen musst.

Die Verarbeitungsqualität ist insgesamt solide, wenn auch nicht spektakulär. Der Rahmen ist aus Plastik, fühlt sich aber nicht billig oder wackelig an. Klar, du bekommst hier kein edles Metallgehäuse wie bei High-End-Modellen, aber das ist in dieser Preisklasse auch nicht zu erwarten. Die Ränder sind relativ schmal, was für einen modernen Look sorgt und den Monitor auch für Multi-Screen-Setups interessant macht.
Der Standfuß ist stabil genug, um den Monitor sicher auf dem Schreibtisch zu halten, aber hier zeigt sich einer der ersten echten Schwachpunkte des H32S17: Er ist nicht höhenverstellbar. Du kannst das Display um -5° bis +15° neigen, aber das war’s dann auch schon. Wer also Wert auf eine ergonomische Sitzhaltung legt, muss entweder kreativ werden (Stapel Bücher drunter?) oder gleich eine VESA-Halterung nutzen, um das Ding an die Wand oder einen höhenverstellbaren Arm zu packen.
Dafür ist der Standfuß platzsparend und wackelfrei, was in der Praxis definitiv ein Pluspunkt ist. Einige Gaming-Monitore in dieser Preisklasse haben riesige, ausladende Füße, die fast den halben Schreibtisch einnehmen – das Problem hast du hier nicht.

Technische Merkmale des KTC H32S17
- Hersteller: KTC
- Modellname: H32S17
- Bildverhältnis: 16:9
- Auflösung: 2.560 x 1.440 Pixel
- Hintergrundbeleuchtung: LED (Edge-LED)
- Dimming-Zonen: Frame Dimming
- Farbfilter: Keine gesonderten
- Farbtiefe: 8Bit
- Maximale Bildwiederholungsrate: 165Hz (144Hz mit aktiviertem HDR)
- VRR: HDMI VRR / AMD FreeSync Premium, Nvidia G-Sync
- Helligkeit: typisch 300 cd/m²
- Kontrast: 3.500:1 (statisch)
- Reaktionszeit: 1-3ms
- Input-Lag: 5ms
- 1x HDMI 2.0
- 2x DisplayPort 1.2
- 1x USB 2.0
- 1x Audio-Ausgang (3.5mm Klinke)
- DC-In
Was der Monitor richtig gut macht:
165Hz sind eine Wohltat für die Augen – Wer von einem 60Hz- oder 75Hz-Display kommt, wird sofort den Unterschied merken. Bewegungen wirken unglaublich flüssig, egal ob du in einem hektischen Multiplayer-Shooter unterwegs bist oder dich durch eine dichte Open-World-Umgebung bewegst.

FreeSync & G-Sync sorgen für ein ruckelfreies Erlebnis – Dank der variablen Bildwiederholrate gibt’s kein nerviges Tearing oder Stuttering, solange deine GPU einigermaßen mitmacht. Das ist gerade in schnellen FPS-Spielen ein Gamechanger, weil es Bewegungen noch geschmeidiger macht und man Feinde besser im Blick behält.
Kaum Ghosting oder Motion Blur – Bei vielen VA-Panels gibt’s oft das Problem, dass bei schnellen Bewegungen Geisterbilder auftauchen oder das Bild leicht verwischt. Beim H32S17 hält sich das in Grenzen. Selbst in rasanten Forza Horizon 5-Rennen oder hektischen Battlefield-Gefechten bleiben Details scharf und das Bild bleibt klar und präzise.
Curved-Design boostet das Mittendrin-Gefühl – Gerade in Open-World-Games oder Rennspielen fühlt sich das leichte 1500R-Curved-Panel angenehm immersiv an. Die Ränder des Bildschirms schmiegen sich subtil ins Blickfeld, sodass man automatisch mehr ins Geschehen gezogen wird. In einem Game wie Cyberpunk 2077 oder auch in Story-Games wie Red Dead Redemption 2 fühlt sich das einfach geiler an als auf einem flachen Monitor.

Wo’s nicht ganz perfekt ist:
Dunkle Szenen haben das typische VA-Problem – Backlight-Bleeding ist vorhanden, was bedeutet, dass du in besonders dunklen Umgebungen leichte Lichthöfe oder ungleichmäßige Ausleuchtung sehen kannst. Das fällt bei helleren Games nicht auf, aber wenn du in dunklen Dungeons in Diablo 4 oder bei Nachteinsätzen in Horror-Games unterwegs bist, könnte es dir ins Auge springen.
Blickwinkel sind nicht unendlich stabil – Typisch für VA-Panels: Wenn du nicht direkt frontal draufguckst, verändern sich die Farben leicht. Das ist kein Drama, wenn du immer gerade vor dem Bildschirm sitzt, aber falls du den Monitor mit jemandem teilen oder ihn für Couch-Coop nutzen willst, ist ein IPS-Panel besser geeignet.

Anschlüsse & Features – Alles Nötige, aber kein Luxus
Der KTC H32S17 gibt dir die Basics, aber nicht mehr. Kein übertriebener Port-Overkill, aber alles, was man für ein solides Gaming-Setup braucht:
🔌 1x HDMI 2.0 (max. 144Hz – wer 165Hz will, muss DisplayPort nutzen)
🔌 2x DisplayPort 1.2 (165Hz, volle Auflösung)
🔌 1x USB 2.0 (aber nur für Firmware-Updates – keine Peripherie anschließbar)
🔌 1x 3,5mm Audio-Ausgang (falls du Kopfhörer oder externe Lautsprecher nutzen willst)
Es wäre nice gewesen, HDMI 2.1 zu sehen – dann könnte man den Monitor auch für Next-Gen-Konsolen mit 120Hz nutzen. Aber da das Ding sich hauptsächlich an PC-Gamer richtet, kann man das verkraften.
Das OSD-Menü (On-Screen-Display) ist überraschend angenehm zu bedienen. Statt nerviger Miniknöpfe gibt’s einen kleinen Joystick auf der Rückseite, mit dem man sich flott durch die Einstellungen klicken kann. Kein verzweifeltes „Habe ich jetzt den Kontrast geändert oder versehentlich den Input umgestellt?“ mehr.

Gamer-Extras sind auch dabei:
✔ FPS-Zähler – Falls du gern live checkst, wie viele Frames dein System raushaut
✔ Timer – Weil… keine Ahnung, wer den wirklich nutzt, aber er ist da
✔ Fadenkreuz-Hilfe – Klingt erstmal nach „Cheat-Funktion“, kann aber bei manchen Games (z.B. in Hardcore-Shootern ohne HUD) tatsächlich nützlich sein
Kaufen oder nicht kaufen, das ist hier die Frage
In Sachen Performance & flüssiges Gameplay macht der KTC H32S17 fast alles richtig. Hohe Bildwiederholrate, adaptive Sync-Technologien und flottes Reaktionsverhalten – das ist genau das, was man sich von einem Gaming-Monitor wünscht.
Allerdings gibt’s eben auch ein paar kleinere Schwächen:
- Backlight-Bleeding kann dunkle Szenen trüben
- VA-typische Blickwinkel-Probleme
- Keine HDMI 2.1-Unterstützung für Konsolen-Fans
Wenn du hauptsächlich am PC zockst, auf flüssige Bewegungen stehst und ein immersives Bild willst, dann ist der KTC H32S17 ein richtig gutes Preis-Leistungs-Angebot. Falls du aber perfekte Farben, extremes HDR oder absolute Blickwinkelstabilität brauchst, solltest du vielleicht ein paar Euro mehr für ein IPS- oder OLED-Panel in die Hand nehmen.
Mein Fazit dazu? Solide Gaming-Performance mit kleinen Abstrichen, aber für den Preis kann man echt nicht meckern.