Man kennt das ja. Da hat man sich mühsam durch die Prüfungen der Wizard U gequält, sämtliche alchemistischen Formeln auswendig gelernt und dann? Zack, ab in die Selbstständigkeit. So beginnt auch Potion Shop Simulator, entwickelt von Pebbles Games und veröffentlicht von Bird Pals SIA.
Ab dem 5. März 2025 können angehende Trankmeister auf PC (Steam) ihr Glück versuchen und ihren eigenen kleinen Zaubertrankladen aufbauen. Klingt entspannt, oder? Falsch gedacht. Denn zwischen nervigen Kunden, chaotischer Lagerhaltung und den ständigen Experimenten mit explosiven Zutaten ist das Leben als Alchemist weit weniger idyllisch, als man es sich vorstellt. Also, Kessel anwerfen und Schürze um – mal sehen, ob das Spiel seinen Zauber entfalten kann oder ob es sich wie ein misslungener Trank in Rauch auflöst.
Der Traum vom eigenen Tränkeladen – und die harte Realität
Die Grundidee von Potion Shop Simulator klingt erstmal wie die Erfüllung eines Fantasy-Traums. Man startet mit einem kleinen, heruntergekommenen Laden, ein paar Basiszutaten und einem ehrgeizigen Ziel: DER beste Alchemist der Stadt zu werden. Das Spiel wirft einen nicht einfach ins kalte Wasser, sondern gibt eine ordentliche Einführung in die Mechaniken. Zutaten sammeln, Tränke brauen, Preise festlegen – klingt simpel, wird aber schnell zur Wissenschaft für sich.
Die Kundschaft ist dabei so anspruchsvoll wie ein edler Elf auf der Suche nach dem perfekten Mondwein. Manche wollen einen simplen Heiltrank, andere verlangen obskure Gebräue, die nach alten Familienrezepten riechen. Wer denkt, er könne einfach stumpf das billigste Zeug verkaufen, wird schnell eines Besseren belehrt. Die Preise müssen klug gesetzt werden, sonst stehen entweder die Kunden mit wütenden Gesichtern vor der Tür oder die Kasse bleibt traurigerweise leer.

Brauen mit Köpfchen – Die Kunst der Alchemie
Tränke brauen klingt erstmal einfach. Zutaten rein, Kessel an, rühren, fertig. Potion Shop Simulator denkt sich aber: Schön wär’s. Hier läuft nichts automatisch, sondern man muss selbst herausfinden, welche Zutaten zusammenpassen. Das Spiel setzt auf ein Alchemiesystem, das mit den vier Elementen – Feuer, Wasser, Luft und Erde – spielt. Jedes Kraut, jeder Pilz und jedes Monstersekret hat bestimmte Eigenschaften, die sich miteinander kombinieren lassen. Wer wahllos mixt, bekommt am Ende vielleicht einen Heiltrank – oder ein explosives Desaster.
Besonders cool: Man kann neue Rezepte entdecken, indem man einfach experimentiert. Das ist nicht nur motivierend, sondern gibt dem Spiel eine gewisse Lernkurve. Anfangs mixt man noch brav nach Standardrezepten, aber irgendwann fängt man an zu tüfteln, testet neue Kombinationen und feilt an der perfekten Formel für den teuersten Trank im Sortiment. Wer schlau ist, führt ein Notizbuch mit seinen besten Kreationen – oder verkauft einfach alles, was nicht explodiert.

Vom Alchemisten zum Geschäftsmann – Der wahre Endgegner heißt Wirtschaft
Ein Tränkeladen führt sich nicht von selbst. Während man anfangs noch fröhlich vor sich hin experimentiert, merkt man schnell, dass Alchemie allein nicht reicht – man muss auch ein verdammt guter Geschäftsmann sein. Preise festlegen, Zutaten einkaufen, das Lager verwalten und dabei nicht von der Konkurrenz aus dem Markt gedrängt werden. Klingt nach Arbeit? Ist es auch.
Die Kundschaft ist launisch und hat genaue Vorstellungen davon, was sie will. Manche wollen den billigsten Trank, andere zahlen lieber mehr für Premiumqualität. Wer seine Preise nicht klug anpasst, hat schnell ein Lager voller unverkaufter Ware oder steht plötzlich ohne Heiltränke da, wenn eine Krankheitswelle durchs Dorf rollt. Dazu kommen Händler, die regelmäßig neue Zutaten im Angebot haben – manchmal zu Spottpreisen, manchmal völlig überteuert. Wer clever handelt, kann sich eine goldene Nase verdienen, wer zu naiv einkauft, hat am Monatsende ein ernstes Problem.

Der Laden brummt – oder bleibt leer
Tränke verkaufen ist eine Sache, aber den eigenen Laden am Laufen zu halten, ist eine ganz andere Herausforderung. Man startet mit einem kleinen, eher bescheidenen Verkaufsraum und muss sich überlegen, wie man ihn gestaltet. Stellt man einfach nur ein paar Regale auf und hofft, dass die Kundschaft von selbst kommt? Eher nicht. Ein chaotischer Laden, in dem man sich kaum bewegen kann, zieht nicht gerade kaufkräftige Kunden an.

Hier kommt das eigentliche Management ins Spiel. Wer nur darauf achtet, die billigsten Tränke loszuwerden, wird schnell merken, dass das nicht ausreicht. Ein gut sortierter und ansprechender Laden lockt mehr Kundschaft an – und die ist oft bereit, für eine angenehme Einkaufserfahrung ein paar Münzen mehr dazulassen. Also heißt es investieren: bessere Regale, eine ordentliche Theke, vielleicht sogar eine kleine Dekoration, die den Verkaufsraum gemütlicher macht. Doch Vorsicht, das Geld ist knapp und wer sich zu früh übernimmt, sitzt schnell auf einem schön eingerichteten, aber völlig leeren Laden.

Koop-Modus – Vier Alchemisten, ein Chaos
Einen Laden alleine zu führen, kann anstrengend sein. Zum Glück lässt sich die ganze Sache in Potion Shop Simulator auch im Koop-Modus angehen. Bis zu vier Spieler können gemeinsam Zutaten sammeln, Tränke brauen und Kunden bedienen. Klingt nach einer tollen Arbeitsteilung? In der Theorie ja. In der Praxis sieht das oft ganz anders aus.

Man stellt sich das ja schön vor: Einer mischt Tränke, einer steht an der Kasse, einer kümmert sich ums Lager, und der letzte feilscht mit Händlern. In Wirklichkeit passiert aber eher Folgendes: Der eine vergisst, dass Tränke rühren keine Option, sondern Pflicht ist – Kessel übergekocht. Der nächste haut alle seltenen Zutaten raus, weil er dachte, die braucht eh keiner. Und dann steht plötzlich eine wütende Traube Kunden im Laden, weil niemand an der Kasse sitzt.
Aber genau das macht den Reiz aus. Wenn die Absprache stimmt, kann man tatsächlich effizienter arbeiten als alleine. Wer sich aber nicht koordiniert, sorgt für mehr Chaos als ein misslungenes Zauberexperiment. Das kann stressig sein, aber auch verdammt witzig. Und am Ende ist es immer wieder eine Genugtuung, wenn der Laden läuft – auch wenn zwischendurch mal alles in Flammen stand.

Technik und Präsentation – Wie viel Magie steckt im Look?
Optisch geht Potion Shop Simulator einen eigenen Weg. Kein Hochglanz, kein übertriebener Realismus, sondern ein handgezeichneter Stil mit viel Charme. Die Farbgebung ist stimmig, die Tränke sehen je nach Mischung unterschiedlich aus, und auch der eigene Laden verändert sich sichtbar mit jeder Erweiterung. Man fängt in einer schlichten Hütte an, aber nach und nach wird aus dem kleinen Shop eine richtige Alchemisten-Werkstatt – und das sieht man auch.

Die Animationen sind simpel, tun aber, was sie sollen. Klar, manchmal bewegen sich Kunden etwas hölzern oder bleiben kurz irgendwo hängen, aber das stört nicht wirklich. Viel wichtiger ist, dass das Brauen selbst gut rüberkommt. Wenn ein Trank im Kessel brodelt, ein Dampf aufsteigt oder eine besonders starke Mischung kurz aufleuchtet, fühlt sich das genau richtig an.
Soundtechnisch hält sich das Spiel angenehm zurück. Der Soundtrack ist unaufdringlich, aber stimmungsvoll, und die kleinen Geräusche – von brodelnden Tränken bis zum Klirren von Münzen – sorgen für Atmosphäre. Technisch lief das Spiel ohne größere Probleme, bis auf ein paar kleinere KI-Aussetzer, die aber keinen Einfluss auf den Spielfluss hatten.

Fazit – Lohnt sich der Trankhandel in Potion Shop Simulator?
Einfach nur Tränke mixen und verkaufen? Schön wär’s. Potion Shop Simulator macht schnell klar, dass hier mehr dahintersteckt. Man jongliert mit Zutaten, Kundenwünschen und Wirtschaftsplänen, während der eigene Laden Stück für Stück wächst. Genau das hält bei Laune: Es gibt immer noch was zu tun, noch eine Verbesserung, noch ein Rezept zum Ausprobieren.
Natürlich läuft nicht alles rund. Manchmal ist das Kundenverhalten ein bisschen merkwürdig, die Wegfindung könnte besser sein und im Koop-Modus kann aus effizientem Teamwork schneller Chaos entstehen als ein misslungener Feuertrank. Aber das gehört fast schon dazu.
Wer ein Spiel sucht, das entspannt vor sich hin plätschert, ist hier falsch. Wer aber Lust hat, sich reinzufuchsen, sein eigenes Ding durchzuziehen und vielleicht auch mal mit Freunden ein wenig Alchemie-Chaos zu erleben, der wird hier eine Menge Spaß haben.