Rogue Genesia ist ein Action Roguelite vom Entwickler Ouadi Huard und wurde von iolaCorp Studio veröffentlicht. Nach einer längeren Early Access Phase hat das Spiel am 7. März 2025 sein großes 10 Update bekommen und ist nun offiziell in Version 10 auf Steam für Windows und Linux verfügbar. Wer sich in letzter Zeit ein bisschen mit dem Genre beschäftigt hat, wird sich fragen „Ist das einfach nur ein weiterer Vampire Survivors Klon oder steckt hier mehr dahinter?“ Spoiler! Es steckt definitiv mehr dahinter. Aber lasst uns das mal in Ruhe auseinandernehmen.
Gameplay – Wenn der Bildschirm zur Explosion wird
Rogue Genesia klingt auf den ersten Blick wie ein typischer Survivors-Like-Klon. Eine Waffe, endlose Gegnerwellen und ein Haufen Upgrades. Aber Moment mal, das Spiel geht einen Schritt weiter. Statt einfach nur ein Level nach dem anderen durchzuklicken, bewegt man sich auf einer Weltkarte. Jeder Knotenpunkt bedeutet eine neue Herausforderung – mal ein Händler, mal ein Elitekampf, mal eine völlig absurde Monsterhorde. Man muss also nicht nur ballern, sondern auch überlegen, welchen Weg man einschlägt.

Der größte Spaß kommt aber mit den Builds. Klar, man kann einfach ein großes Schwert schwingen oder Shuriken werfen, aber warum nicht ein orbitales Lasersystem aktivieren, das alles in Schutt und Asche legt? Oder einen Zauber ausrüsten, der buchstäblich Bücher auf Gegner schleudert? Hier geht richtig was. Jede Runde fühlt sich anders an, weil man sich immer neue verrückte Kombinationen zusammenbastelt.
Und dann das Spektakel. Wenn man erst mal eine halbe Stunde überlebt hat, sieht der Bildschirm aus wie ein explodierender Regenbogen. Projektilstürme, riesige Bossgegner, fliegende Zahlen – und irgendwo dazwischen versucht man verzweifelt, seine eigene Figur zu finden. Totaler Wahnsinn, aber genau das macht süchtig.

Progression – Vom Noob zum Gott der Projektilhölle
Ein gutes Roguelite steht und fällt mit seiner Progression, und Rogue Genesia kriegt das verdammt gut hin. Jeder Run bringt nicht nur kurzfristige Upgrades, sondern auch dauerhafte Verbesserungen. Man sammelt Seelen, die man zwischen den Läufen in neue Fähigkeiten, stärkere Startwaffen oder verrückte Meta-Upgrades investiert. Das sorgt dafür, dass man sich mit jedem Versuch mächtiger fühlt und irgendwann nicht mehr das Opfer, sondern der Jäger ist.
Aber es gibt nicht nur den klassischen Modus, in dem man sich durch immer schwierigere Welten kämpft. Es gibt auch einen Endlosmodus für diejenigen, die wirklich wissen wollen, wie lange sie gegen die endlose Flut an Feinden bestehen können. Wer also Lust hat, stundenlang die ultimative Zerstörungsmaschine aufzubauen, wird hier bestens bedient.


Was das Ganze noch spannender macht, sind die verschiedenen Waffen- und Artefakt-Synergien. Es reicht nicht, einfach nur ein paar Upgrades zu sammeln – die wahre Magie passiert, wenn man Kombinationen entdeckt, die das Spielgefühl komplett verändern. Ein Schild, das Gegner bei jedem Treffer explodieren lässt? Check. Ein Dolch, der sich von alleine multipliziert? Läuft. Man kann wirklich das Gefühl bekommen, das Spiel gnadenlos zu brechen, aber genau das macht es so belohnend.
Steuerung und Spielgefühl – Präzise, flott und süchtig machend
Ein Roguelite kann noch so viele coole Ideen haben – wenn die Steuerung nicht sitzt, macht das Ganze keinen Spaß. Zum Glück fühlt sich Rogue Genesia butterweich an. Die Bewegung ist flüssig, das Ausweichen geht locker von der Hand, und selbst wenn der Bildschirm im späteren Spielverlauf zum totalen Chaos mutiert, hat man immer noch das Gefühl, die Kontrolle zu behalten.
Das liegt auch daran, dass das Spiel auf unnötigen Ballast verzichtet. Es gibt keine komplizierten Button-Kombinationen oder überladene Menüs – man bewegt sich, sammelt Upgrades und lässt seine Waffen automatisch arbeiten. Wer will, kann sich aber durch die Einstellungen ein paar Feinjustierungen vornehmen, um das Spielerlebnis noch persönlicher anzupassen.

Was besonders gut gelungen ist, ist das Treffer-Feedback. Jeder Angriff hat ordentlich Wucht, jeder getroffene Gegner fliegt spektakulär durch die Gegend, und wenn man erst mal eine vollgepowerte Waffe hat, fühlt sich jeder Angriff an wie eine Naturgewalt. Genau das gibt einem diese süchtig machende Belohnungsspirale, die einen immer wieder dazu bringt, noch eine Runde zu spielen.
Grafik und Sound – Explosionen für die Augen, Bass für die Ohren
Optisch setzt Rogue Genesia auf einen minimalistischen, aber stilvollen Look. Die Charaktere und Gegner sind bewusst schlicht gehalten, was anfangs vielleicht unspektakulär wirkt, aber spätestens dann Sinn ergibt, wenn der Bildschirm im späteren Spielverlauf in einem einzigen Farbengewitter explodiert. Projektile, Explosionen, Zahlenregen – alles knallt einem in neonfarbenem Chaos entgegen, aber auf eine Art, die immer noch lesbar bleibt.

Die Umgebungen sind solide, wenn auch nicht übermäßig abwechslungsreich. Hier könnte man sich vielleicht ein bisschen mehr Vielfalt wünschen, aber wenn man erst mal mitten im Kampf steckt, achtet man eh nur noch auf die nächste Gegnerwelle und den perfekten Build.
Dafür macht der Soundtrack genau das, was er tun soll: Er pumpt einen an. Treibende Beats, elektronische Klänge, genau die Art von Musik, die einen in den Flow bringt. Und wenn man dann in einer Endlosrunde steckt und immer stärker wird, fühlt es sich mit dem Sound einfach richtig gut an. Die Soundeffekte tun ihr Übriges dazu – jeder Treffer hat ordentlich Wucht, Explosionen donnern schön und wenn ein Boss auftaucht, weiß man sofort, dass es jetzt ernst wird.
Schwierigkeit und Balance – Erst Opfer, dann Zerstörer
Rogue Genesia ist anfangs gnadenlos. Man stolpert mit einer schwachen Waffe ins erste Level, weicht hektisch aus und hofft, dass man irgendwie genug Erfahrungspunkte sammelt, bevor einen die Monsterhorden überrennen. Früher oder später passiert das Unvermeidliche – Game Over. Doch genau da liegt der Reiz. Mit jedem Versuch wird man ein bisschen besser, entdeckt neue Upgrades und versteht langsam, welche Kombinationen richtig reinhauen.

Die verschiedenen Schwierigkeitsgrade sorgen dafür, dass sich jeder seinen eigenen Albtraum aussuchen kann. Wer gemütlich experimentieren will, kann das tun. Wer sich in den härtesten Modi beweisen will, bekommt Bosse und Elitegegner um die Ohren gehauen, die wirklich keine Fehler verzeihen. Gerade die Bosskämpfe sind dabei ein echtes Highlight, weil sie das Spiel plötzlich aus der Komfortzone reißen und einen zwingen, mehr als nur wild herumzuballern.
Natürlich gibt es Builds, die völlig überdreht sind und das Spielgefühl fast schon kaputtmachen. Manche Kombinationen sind so stark, dass man nur noch durchs Level spaziert, während Gegner von allein explodieren. Andere Setups fühlen sich dagegen schwach an und scheitern viel zu früh. Das gehört bei solchen Spielen irgendwie dazu, aber ein bisschen Feinschliff könnte hier nicht schaden.

Am Ende bleibt das Spiel aber fair. Wer stirbt, weiß meistens genau, warum es passiert ist, und was man beim nächsten Mal besser machen kann. Und genau das sorgt dafür, dass man immer wieder einen neuen Run startet – bis man irgendwann selbst zur wandelnden Naturkatastrophe wird.
Inhalte und Update 1.0 – Wenn Early Access richtig delivered
Version 1.0 von Rogue Genesia ist kein simples „So, das war’s jetzt“-Update. Es ist eine Ansage. Neue Waffen, frische Artefakte, zusätzliche Gegnertypen und sogar neue Gegenden machen klar: Hier wurde nicht nur poliert, hier wurde richtig geliefert. Wer das Spiel schon im Early Access gezockt hat, merkt sofort, wie viel sich getan hat – und wie viel besser das Spiel jetzt flutscht.
Das Highlight des 1.0-Updates ist der neue Spielmodus „Void Descent“, der alles auf die Spitze treibt. Mehr Gegner, mehr Chaos, mehr Möglichkeiten, völlig absurde Builds zu erschaffen. Hier zeigt das Spiel, wie sehr es seine eigene Formel verstanden hat: Es geht nicht darum, realistisch zu sein oder Balance bis ins letzte Detail zu wahren. Es geht ums Eskalieren. Und zwar stilvoll.

Was man dem Entwicklerteam hoch anrechnen muss: Sie haben in der Early-Access-Phase nicht einfach nur Inhalte nachgeschoben, sondern auch auf Feedback gehört. Viele Systeme wurden überarbeitet, das Interface klarer gestaltet und nervige Bugs entfernt. Man merkt, dass hier nicht einfach ein Klon mit Updates überlebt, sondern ein Spiel, das seine eigene Identität gefunden hat.
Rogue Genesia 1.0 fühlt sich deshalb nicht wie ein Abschluss an, sondern wie der eigentliche Startpunkt. Es ist jetzt das Spiel, das es immer sein wollte – und das man auch in ein paar Monaten nochmal anschmeißen wird, weil man denkt: Heute bau ich mal den absurdesten Build aller Zeiten.
Langzeitmotivation – Der Teufelskreis aus „nur noch ein Run“
Rogue Genesia macht süchtig. Punkt. Es ist dieses klassische „nur noch ein Run“-Gefühl, das einen plötzlich bis drei Uhr morgens wach hält, obwohl man eigentlich nur kurz reinschauen wollte. Das liegt nicht nur am Gameplay, sondern an der perfekten Mischung aus Progression, Abwechslung und Eskalation.
Jeder Run fühlt sich wie eine neue Chance an. Vielleicht findet man diesmal das fehlende Artefakt für die eine verrückte Kombo. Vielleicht geht man endlich mal den riskanten Pfad mit den drei Elite-Knoten in Folge. Oder man testet einfach eine komplett absurde Build-Idee, die entweder komplett durchdreht oder grandios scheitert.

Dazu kommt ein Meta-Progressionssystem, das genau die richtige Dosis Karotte vor die Nase hängt. Neue Charaktere, neue Fähigkeiten, passives Power-Up-System – es gibt immer was zum Freischalten, aber es wirkt nie wie ein Grind. Es fühlt sich eher an wie ein stetiges „Hey, da geht noch mehr“. Und das zieht.
Wenn man das Spiel einmal drin hat, merkt man schnell, wie gut es sich zum Nebenbei-Zocken eignet – aber auch, wie es einen plötzlich komplett verschlingt. Und genau das ist die größte Stärke von Rogue Genesia: Es lässt einen einfach nicht los.
Fazit – Chaos, Kontrolle und die Kunst des perfekten Runs
Rogue Genesia ist mehr als nur ein weiterer Survivors-Like. Es nimmt die bekannten Zutaten, schmeißt sie in den Mixer und serviert ein Spiel, das nicht nur funktioniert, sondern richtig Laune macht. Die Kombination aus cleverem Progressionssystem, irrsinnigen Build-Möglichkeiten und einem angenehm fordernden Schwierigkeitsgrad sorgt dafür, dass man immer wieder zurückkommt – freiwillig und mit einem Grinsen im Gesicht.
Klar, es gibt noch Ecken, die Feinschliff vertragen könnten. Nicht jeder Build ist gleich stark, manche Umgebungen könnten visuell etwas mehr Pep vertragen, und wenn der Bildschirm komplett eskaliert, verliert man manchmal den Überblick. Aber das alles fällt kaum ins Gewicht, wenn man gerade mit zehn verschiedenen Waffen ein ganzes Gegnerheer in Sekundenschnelle verpulvert.
Und das Update 1.0? Ein voller Erfolg. Neue Inhalte, spürbare Verbesserungen, keine halbgare Vollversion, sondern ein rundes Paket, das zeigt: Hier haben die Entwickler richtig Bock gehabt.
Wer auch nur ansatzweise etwas mit Roguelites anfangen kann, sollte Rogue Genesia eine Chance geben. Es ist chaotisch, süchtig machend und genau die Art Spiel, bei der man sich nach einem Run denkt – na gut, einer geht noch. Und meistens bleibt es nicht bei dem einen.