Ubisoft hat sich gedacht: Warum nicht einfach die heilige Dreifaltigkeit aus Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six in eine eigene Subfirma auslagern? Gesagt, getan. Das neue Mega-Studio soll sich künftig nur noch um diese drei Franchises kümmern. Und Tencent hat direkt mal 1,3 Milliarden US-Dollar auf den Tisch gelegt, um das Ganze anzuschieben.
Laut Pressemitteilung soll der neue Ubisoft-Ableger die Entwicklung neuer Projekte vorantreiben, die narrativ stärker, multiplayer-freudiger, sozial vernetzter und in Teilen auch kostenlos (Free-to-Play, anyone?) werden. Also im Klartext: Mehr Story für Solo-Spieler:innen, mehr Content-Nachschub im Multiplayer und mehr Möglichkeiten, sich mit Fremden zu verbünden oder gegenseitig auf die Nerven zu gehen.
Das Ganze bekommt eine eigene Führungsetage und wird von einem Board of Directors überwacht. Alle Ubisoft-Teams, die aktuell an den genannten Franchises werkeln – also in Montreal, Quebec, Sherbrooke, Saguenay, Barcelona und Sofia – wandern in die neue Struktur.
Yves Guillemot, CEO und Mitgründer von Ubisoft, nennt das Ganze „einen grundlegenden Schritt zur Veränderung unseres Operating-Modells“. Oder in normalen Worten: Man will effizienter und ambitionierter werden, das Tafelsilber (aka die Lieblingsmarken) besser verwalten und neue Wachstumschancen schaffen. „Autonom, fokussiert und bereit, aus unseren Franchises eigene Ökosysteme zu bauen“ – klingt groß, mal schauen, ob’s das auch wird.
Tencent hält jetzt übrigens 25 % an der neuen Ubisoft-Einheit. Nach den jüngsten Ubisoft-Dürreperioden – mit herben Enttäuschungen wie Skull and Bones, XDefiant-Absetzung und Star Wars Outlaws, das eher so semi gezündet hat – könnte der Geldregen genau zur rechten Zeit kommen.
Was ist mit Watch Dogs, Rayman oder Just Dance? Die bleiben erstmal außen vor. Nur die Big Three dürfen in den Tencent-Bottich. Bleibt abzuwarten, ob das ganze Setup überhaupt was reißt. Oder ob es am Ende nur ein weiteres Ubisoft-Großprojekt wird, das ambitioniert klingt und dann einfach… verpufft.